Steine, die am Wegrand liegen (Teil 1)


Schon als Kind liebte ich Steine. Im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen aber nicht, um diese zu werfen und so etwas habe ich mir auch später nicht angewöhnt, weder in direktem noch übertragenen Sinne. Doch Steine liebe ich heute noch und mich zieht dabei nicht funkelnder Glanz an oder riskante Sammlerbegierde auf schroffen Felsen und in Steinbrüchen in der Region der deutschen Edelsteinstraße bei Idar-Oberstein, wo Touristen auch heute noch während der Saison Tagesschürfrechte für dunkle Stollen der europaweit einzigen zur Besichtigung freigegebenen Edelsteinminen am Steinkaulenberg erwerben können oder eine Führungszulassung für das Betreten des bekannten Steinbruches Juchem im Fischbachtal.

Ich liebe ganz einfache Steine, die am Wegrand zu finden sind. Sie erzählen Geschichte und sie erzählen mir viel über Orte, an denen sie gefunden werden.

Formgestalt, Gewicht, Oberflächenbeschaffenheit und Größe kann ich sehen, tasten, fühlen. Da muss ich kein Fachmann sein und darum habe ich Freude daran.

So sehr sich selbst naturbelassene Steine manchmal ähneln, nie sind sie ganz gleich. Das ist wie bei uns Menschen und ebenso wie bei uns, sind Steine aus verschiedenen Regionen der Erde ihrer Entstehung nach unterschiedlich zu denen aus den heimischen Regionen eines Landes. Das erinnert mich an die Pflanzen, welche je nach Bodenbeschaffenheit und -zusammensetzung trotz gleicher Familie, Gattung und Art an verschiedenen Standorten spezielle Blühfarben hervorbringen oder diese auch verändern. Steine lassen sich außerdem nicht von uns beeinflussen, höchstens in gewisser Weise »kultivieren« wie die Pflanzen und nutzen wie das Vieh.

Steine erzählen also viel mehr als nur die Geschichte von Entstehung, Lagerstätten und Alter. Sie erzählen mir von Erde, Feuer, Wasser und Luft. Aber auch davon, wie es in der Erde noch »arbeitet«.

So viele Steine werden jährlich gesammelt von Nutzflächen und trotzdem sind im nächsten Jahr an Stätten, die gar nicht bebaut wurden, wieder Steine vorhanden ohne, dass wir Menschen dort solche neuerlich abwarfen. Sicher ist ein Anteil dieser von den Tieren dort hinterlegt worden oder manchem Kinde, das eventuell genau an einem solchen Platze spielte. Doch die Vielzahl der Steine, die in einem Folgejahr an Plätzen gefunden werden, welche schon längst mehrfach davon befreit wurden, rechtfertigt die Annahme, dass unsere Erde doch noch ganz schön »arbeitet« und ohne unser Zutun.

Ich hatte schon oft Gelegenheit an solchen Plätzen mitwirksam dafür zu sorgen, dass Steine quasi »abgeerntet« wurden. In allen Fällen und dort, wo Menschen sich normalerweise nicht aufhalten, z.B. brachliegende Erdflächen, auch in Gärten, konnte ich in Folgejahren regelmäßig wieder große Anzahlen Steine finden. Teils befanden sie sich auf, teils in der Erde. Es fasziniert mich und ich glaube, Mutter Erde lässt sich von uns einfach nicht alles entreißen, so oft wir das auch wollen.

Dies ist mir ein ganz wichtiger Gedanke, der mir oft einfällt, stehe ich im Garten an meinen Beeten und freue mich über den Reichtum der Natur.

Jedes Jahr aber, fahren z.B. Bekannte und Freunde in den Urlaub, In- oder Ausland, Europa oder anderer Kontinent, ganz egal, fällt mir mein Gedanke auch wieder ein.

Ich bitte seit Jahren oft, mir aus der Ferne Steine mitzubringen. Genauer gesagt am liebsten: einen Stein, einen Teelöffel Sand und ein Blatt von einem Baum.


Es fing an, als ich zwanzig wurde und ein Freund ans Schwarze Meer fuhr. Er fragte mich, was er mir aus seinem Urlaub mitbringen sollte. Ich erbat einen Stein, einen Teelöffel Sand und ein Blatt von einem Baum.

Mein Freund schaute mich verwundert an, fragte aber nichts. Als er zurück kam erhielt ich ...

 

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